Wenn die Anwerbung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland und die Anerkennung ihrer Abschlüsse in Deutschland erfolgreich war, sollen sie möglichst schnell ein fester und zufriedener Teil Ihres Teams werden. Damit dies gelingt, sind von Anfang an Schritte zur Integration notwendig – schon lange bevor die neuen Fachkräfte in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Einrichtung ankommen.

Wichtig: Bei der Integration von Fachkräften ist es wichtig, sowohl die Bedürfnisse der neuen Kolleginnen und Kollegen, als auch die Situation des bestehenden Teams frühzeitig zu berücksichtigen.

Wir haben einige Tipps für eine gelingende Integration von internationalen Pflege- und
Gesundheitsfachkräften in hessische Pflegeteams für Sie zusammengestellt:

Fachliche und betriebliche Integration:
Internationale Fachkräfte kommen mit großen Know-How in Ihr Team. Eine strukturierte fachliche Integration hilft dabei, diese Potentiale unabhängig vom Stand der Anerkennung der internationalen Abschlüsse sichtbar zu machen und zu nutzen.
Soziale Integration:
Neue internationale Kolleginnen und Kollegen sollen schnell ins Team integriert werden. Für diese soziale Integration ist es wichtig, das ganze vorhandene Team mitzunehmen und offen zu kommunizieren.
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Gelungene Integration beginnt ganz oben:
Die Führungsriege eines Unternehmens oder einer Einrichtung muss von den Chancen der Anwerbung und Integration internationaler Fachkräfte überzeugt sein und die Vorteile engagiert an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommunizieren. Vor allem den Führungskräften kommt eine wichtige Rolle zu: Pflegedienst- und Bereichsleitungen müssen die Vorteile der Einbeziehung neuer Teammitglieder von Anfang an überzeugend an ihre Kolleginnen und Kollegen transportieren. Nur wenn die neuen Fachkräfte als Gewinn für alle erkannt werden, kann eine langfristige Integration gelingen.

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Integration beginnt schon vor dem ersten Arbeitstag:
Nutzen Sie zum Beispiel Teambesprechungen und Workshops, um im Vorfeld auf die Kompetenzen der angeworbenen Fachkräfte aufmerksam zu machen und gemeinsam mit den heimischen Fachkräften die notwendigen Unterstützungen zu planen. Bereiten Sie außerdem Informationen nicht nur zur Arbeit in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Einrichtung, sondern auch zum alltäglichen Leben in Ihrer Stadt oder Ihrem Ort vor. Viele Gemeinden haben zum Beispiel Begrüßungssets mit Wegweisern oder Broschüren in vielen Sprachen.

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Schaffen Sie realistische Erwartungen auf beiden Seiten:
Angeworbene Pflege- und Gesundheitsfachkräfte benötigen verlässliche Informationen über ihr neues Arbeitsfeld. Gleichzeitig müssen heimische Teams ehrlich und offen auf die Herausforderung und die Chancen einer Integration vorbereitet werden. Nur dann können Enttäuschungen und falsche Voraussetzungen auf beiden Seiten vermieden werden.

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Schaffen Sie eine sichtbare Willkommenskultur:
Wer aus dem Ausland neu nach Hessen kommt und die Arbeit in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Einrichtung aufnimmt, muss sich willkommen fühlen. Stellen Sie neue Mitarbeiter vor und kommunizieren Sie die Vorteile dieser Unterstützung Ihres bestehenden Teams in internen Medien.

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Neue Kräfte nicht allein lassen:
Gerade in den ersten Tagen benötigen angeworbene Fachkräfte Unterstützung, können aber auch sofort zeigen, mit welchen Fähigkeiten sie ein Team bereichern. Der Einsatz von Mentoren aus dem Team, die heimische Kolleginnen und Kollegen über die Herkunft und die Ausbildung der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren, sind wichtige Ansprechpartner für alle. Kleiner Tipp: Sie haben bereits Kolleginnen und Kollegen mit entsprechenden Fremdsprachenkenntnissen? Dann bilden Sie doch „Sprachtandems“. Die fachlichen Fähigkeiten der neuen Fachkräfte lassen sich so im Alltag umso leichter entdecken.

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Alle dürfen alles wissen:
Machen Sie den Ablauf der Anwerbung, die Anerkennung und auch Ihre Unterstützungen für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter transparent, damit immer alle im Team informiert sind. Und legen Sie auch weiterhin großen Wert auf die Weiterbildung der vorhandenen Fachkräfte. Denn nur wer sich mitgenommen und selbst gefördert fühlt, entwickelt keine Vorbehalte gegen die besonderen Unterstützungsmaßnahmen für angeworbene Kolleginnen und Kollegen.

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Alle können von allen lernen:
Natürlich kommen neue Fachkräfte oft mit einer Sprachbarriere nach Hessen. Eine große fachliche Bereicherung für das Team sind sie trotzdem. Lassen Sie Ihr bestehendes Team selbst entdecken, welche Ausbildung die angeworbenen Fachkräfte absolviert haben und welche besonderen Fähigkeiten sie mitbringen. Dazu stellen wir Ihnen gerne Informationsmaterial zur Verfügung.

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Integration endet nicht mit dem Feierabend:
Überall im Alltag lauern deutsche Besonderheiten oder Anlässe für Heimweh. Organisieren Sie also schon früh, wer sich auch nach Feierabend in der ersten Zeit um die neuen Kolleginnen und Kollegen kümmert. Angeworbene Fachkräfte sind dankbar für Begleitung im Alltag, für gemeinsame Behördengänge oder für Freizeitaktivitäten im Team. Übrigens: Kulturelle Besonderheiten und Unterschiede zwischen den Herkunftsländern und Deutschland lassen sich besonders einfach bei einem gemeinsamen Fest oder dem gemeinsamen Essen entdecken – und ausräumen.

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Integration ist ein Marathonlauf:
Nicht nur die Anerkennung kann einige Monate in Anspruch nehmen, auch die besonderen Bemühungen um eine Integration der angeworbenen Fachkräfte sind nicht nach ein paar Wochen erledigt. Planen Sie schon im Vorfeld genug Zeit für Tandemschichten oder den Austausch im Team ein, um die Einarbeitung und das Zusammenwachsen nicht durch zu viel zeitlichen Druck zu belasten.

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Vernetzung hilft:
Viele Unternehmen und Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Pflege in Hessen haben bereits Erfahrungen mit der Anwerbung und Integration internationaler Fachkräfte sammeln können. Nutzen Sie die regionalen Foren des ZIP Hessen oder lassen Sie sich von uns gezielt erfahrene Ansprechpartner vermitteln, mit denen Sie einrichtungsübergreifend Erfahrungen austauschen können.