Das Zentrum zur Anwerbung und nachhaltigen Integration internationaler Pflege- und Gesundheitsfachkräfte in Hessen (ZIP Hessen) hat heute ein Fachforum in Wetzlar veranstaltet. Hier wurden aktuelle und praxisrelevante Impulse diskutiert, um internationale Pflege- und Gesundheitsfachkräfte anzuwerben, anzuerkennen und zu integrieren.

„Neben der Qualifikation heimischer Fachkräfte setzt die Hessische Landesregierung zur Deckung des wachsenden Bedarfs an Pflege- und Gesundheitsfachkräften auch darauf, internationale Fachkräfte anzuwerben und zu integrieren. Schon heute sind sie in vielen Pflegeeinrichtungen und Kliniken sehr wichtig“, betonte der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose, bei der Eröffnung. Das ZIP Hessen mit Standorten in Wiesbaden und Alsfeld ist die landesweit tätige Anlauf-, Beratungs- und Servicestelle für ambulante, teilstationäre und stationäre Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäuser in Hessen.

Die Pflege ist ein Wachstumssektor wie nur wenige andere Berufszweige. Beschäftigten- und Ausbildungszahlen steigen rasant an, immer mehr Menschen kommen in dieses Berufsfeld und werden auch dringend benötigt. „Wir wollen internationale Fachkräfte langfristig in Hessen halten. Dieses Fachforum trägt mit aktuellen praxisrelevanten Impulsen und Vorträgen dazu bei“, ergänzte Klose.

In zwei Fachvorträgen hoben Frau Dr. Grit Braeseke vom Berliner IGES Institut GmbH und Frau Dr. Christa Larsen vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Zentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main (IWAK) die Bedeutung eines strukturierten langfristigen Integrationsprozesses in den hessischen Pflege- und Gesundheitseinrichtungen hervor. „Die Anwerbung und die Anerkennung internationaler Fachkräfte sind mit großem Aufwand für die Träger und Einrichtungen verbunden. Deshalb sollten sie sich der Integration ebenso intensiv widmen, damit neue Kräfte langfristig Teil des Teams bleiben“, sagte Dr. Braeseke.

„Das mache die nachhaltige Integration zu einer Aufgabe des Managements einer Pflege- oder Gesundheitseinrichtung“, so Dr. Larsen in ihrem Impulsvortrag. „Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dürfen die neuen sowie die alteingesessenen Beschäftigten mit den Herausforderungen eines sozialen und betrieblichen Integrationsprozesses nicht allein lassen. Sie sollten vielmehr Raum für fachlichen Austausch und Konfliktlösung schaffen.“

In mehreren Workshops beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ZIP Hessen Fachforums zudem mit Praxisfragen und Fachinformationen zur Anwerbung, Anerkennung und nachhaltigen Integration. Das ZIP Hessen wird durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration finanziert.

13 November 2019